Rechte & Geld · Thema 2 von 27
Was ist der Unterschied zwischen Verlag und Label?
Der Verlag kümmert sich um den Song, das Label um die Aufnahme.
Du hast einen Song geschrieben und aufgenommen? Dann besitzt du nicht ein Recht, sondern zwei. Und genau hier trennen sich Verlag und Label.
Die Komposition und der Verlag
Die Komposition, also Melodie und Text, schützt das Urheberrecht. Das bleibt immer bei dir als Songwriter, bis 70 Jahre nach deinem Tod. Einem Verlag gibst du nur Nutzungsrechte.
- Der Verlag meldet deine Songs bei der GEMA an.
- Er sucht Künstler, die deine Songs neu aufnehmen.
- Er bringt deine Songs in Filme, Werbung und Games.
- Dafür bekommt er einen Anteil, bei der GEMA zum Beispiel bis zu einem Drittel der Aufführungserlöse.
Die Aufnahme und das Label
Die Aufnahme, der sogenannte Master, ist durch das Leistungsschutzrecht geschützt. Das hat, wer die Aufnahme bezahlt, meistens das Label, und die Musiker, die darauf zu hören sind. Es gilt 70 Jahre ab Veröffentlichung.
- Das Label bezahlt Studio, Produktion und Musikvideo.
- Es bringt den Song auf Spotify, ins Radio und in Playlists und macht das Marketing.
- Dafür gehört ihm meistens der Master. Der Künstler bekommt klassisch 15 bis 25 Prozent.
Wer verdient mehr?
An einem Stream verdient die Aufnahme-Seite grob viermal so viel wie Verlag und Songwriter zusammen. Aber: Covert jemand deinen Song, verdient dein Label nichts, dein Verlag schon. Und bei Film und Werbung braucht man beide. Deshalb haben die drei großen Labels alle auch einen eigenen Verlag.
Als unabhängiger Künstler kannst du beides selbst übernehmen: eigener Verlag (oder einfach GEMA-Mitglied werden) und eigenes Label über einen Vertrieb.
Alle Zahlen sind grobe Richtwerte für Einsteiger und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung.


