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Wissen / Labels & Verträge

Labels & Verträge · Thema 8 von 27

Wie verdient ein Label Geld?

Ein Label bietet dir 50.000 Euro. Warum? Weil es eine Wette abschließt.

Ein Label bietet dir 50.000 Euro, einfach so. Das Geld heißt Vorschuss. Und das Wichtigste: Wenn der Song floppt, musst du ihn nicht zurückzahlen.

Die Investition

Dazu bezahlt das Label Studio, Musikvideo und Marketing, sagen wir noch mal 50.000 Euro. Das Label hat also 100.000 Euro investiert, bevor ein einziger Euro zurückkommt.

Recoupment

Dann erscheint der Song und spielt Geld ein. Davon behält das Label den Großteil, du bekommst zum Beispiel 20 Prozent. Aber diese 20 Prozent werden nicht ausgezahlt. Sie zahlen erst deinen Vorschuss ab. Das nennt man Recoupment. Solange dein Anteil die 50.000 nicht erreicht hat, kommt bei dir nichts Neues an.

Rechnen wir: Damit 20 Prozent 50.000 Euro ergeben, muss der Song 250.000 Euro einspielen. Das sind grob 80 Millionen Streams. Das Label braucht rund 125.000 Euro Einnahmen, nur um seine 100.000 wieder reinzuholen. Erst ab da verdient es.

Viele Wetten, ein Treffer

Die meisten Songs kommen nie so weit. Floppt ein Song, sind die 100.000 Euro für das Label weg, deinen Vorschuss behältst du. Ein Hit muss deshalb die Verluste von vielen Flops mitbezahlen. Ein Label funktioniert also wie ein Investor.

Als Ausgleich für das Risiko gehört die Aufnahme meistens dem Label, oft für Jahrzehnte. Du tauschst Rechte und Anteile gegen Geld und Sicherheit. Das Label tauscht Geld gegen eine Chance.

Kurz gesagtEin Label ist ein Investor: viele Wetten, in der Hoffnung auf den einen großen Treffer.

Alle Zahlen sind grobe Richtwerte für Einsteiger und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung.